Geschichte
Teil 1 (die ersten 10 Jahre)
Als am 13.03.1983 unserem Gründer Bernhard Sahlstorfer nach langer Schwarzfahrt endlich der Führerschein der Klasse 1 ausgehändigt wurde, waren es gerade mal drei Motorradfahrer in Taufkirchen.
Nach ein paar Jahren kamen Bernhard und noch ein paar weitere begeisterte Zweiradfahrer auf die Idee, doch einen motorradstammtisch zu gründen, um gemeinsame Fahrten zu unternehmen oder nur um “Benzin” zu reden. So kam es, dass bei der ersten Zusammenkunft 1987 noch ca. 20 Gleichgesinnte die Motorradfreunde Taufkirchen / Oberneukirchen aus der Taufe hoben.
Mit der Taufe ging es dann gleich munter in die 1. Saison, denn mit dem Begriff MFTO wurden auch unsere Schüttungen bekannt. der erste Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte war damals der Gewinn des Pokals für den größten Club der MFG Obing, dem eine gigantische Trink- und Schüttorgie vorausging. Bei diesem einem Pokal blieb es nicht. Im laufe der Jahre folgten weitere zahlreiche Trophäen im In- und Ausland. Noch heute, obwohl schon Dutzende unser Verienslokal zieren, erfüllt uns jeder Pokal mit Stolz und Freude. Nach dem berüchtigten “Obinger Ereignis” suchten viele weitere Motorrad-und Schüttbegeisterte in unserem Club Anschluss.
Somit wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Club wuchs auf eine Mitgliederzahl von ca. 70 an und es waren bereits genügend Arbeitskräfte für das erste Treffen im Jahre 1988 vorhanden. Seitdem findet alljährlich am dritten Wochenende im August unser Vereinshöhepunkt statt.
DAS TREFFEN
Nach den ersten beiden Veranstaltungen, die damals noch am Parkplatz unseres Vereinslokals, dem Gasthaus Sahlstorfer, stattfanden, wagten wir den großen Schritt und orderten das erste Festzelt für 1990. Viele von Euch sind uns seit dieser Zeit Treu geblieben, worüber wir uns sehr freuen. Für dieses erste große Treffen entwarfen wir auch unser Colour, dem unschwer zu erkennen, unser Lieblingsgetränk Pate stand. Die Angst der Vorstandschaft vor einem Reinfall mit diesem 3-Tages-Treffen baute sich mit jedem Biker ab, der den Weg nach Taufkirchen fand. Damals wurde auch noch am Sonntag Morgen die tratitionelle Motorradweihe abgehalten, die jetzt leider aus organisatorischen Gründen nicht mehr durchgeführt werden kann. Ansonsten ist im Prinzip alles gleich geblieben. Seit unserem ersten Treffen sind wir bemüht, eich ein paar schöne Tage und Nächte in Taufkirchen zu bereiten, sei es durch unsere Küche, süffiges Bier oder heißem Sound. Obwohl das Treffen jedes Jahr mit viel Stress verbunden ist, arbeitet jedes Clubmitglied mit Begeisterung in der Bonsbude, an der Theke, in der Küche und überall wo Not am Mann oder Frau ist, mit….
Da bei Geld bekanntlich der Spaß aufhört, aber wir es trotzdem gerne lustig haben, spendeten und investierten wir jedes Jahr das Erwirtschaftete. Mit Hilfe von findigen und geschickten Membern haben wir nun eine ganze Menge an Inventar und Fuhrpark zusammengebracht, worauf wir alle sehr stolz sind.
Privat haben wir in den letzten Jahren auch einiges in unsere sogenannten “Pflichttreffen” investiert, die wir schon seit Gründung unseres Clubs anfahren. Leider ist es uns aufgrund von Terminüberschneidungen nicht immer möglich neue Treffen zu besuchen, aber wir lassen uns stets für andere Feste begeistern.
Eine weitere angenehme Pflicht ist nun schon fast die alljährliche Fahrt zur Isle of Man geworden. Jedes Jahr sind ein paar Biker aus Taufkirchen zu finden.
Alljährlich findet auch eine mehrtägige Fahrt zu unserem Partnerclub, dem MF Lethmande/Nachrodt statt. Mit ihnen verbindet uns, ebenso wie mit dem MC Road Cowboys eine langjährige Freundschaft. Da bei uns die Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten schon immer eine große Rolle spielte, haben wir uns mit den MF Gerzen , MF Stefanskirchen, MF Schmunzels und der Hüttengemeinschaft Stierberg zur Bikerfamilie zusammengeschlossen. Nach unserem Motto “Lieber miteinander als gegeneinander” unterstützen wir uns überall, wo Hilfe gebraucht wird. Diese Freundschaften haben uns auch geholfen eine gewisse Durststrecke zu überwinden mit der wohl jeder Club zu kämpfen hat. Viele der “alten Crew” haben geheiratet und ihre Interessen mehr in die Versorgung mit Bikernachwuchs gelegt oder konnten aus anderen Gründen nicht mehr so einfach von Treffen zu Treffen ziehen.
Daher wurden vereinzelt auch schon Stimmen laut, das das 10. Treffen wohl unser letzes sein würde. Doch wir habenauf unserer Jahreshauptversammlung einstimmig beschlossen, dass wir unser Fest so lange weitermachen, bis unser Kinder es übernehmen können.
Bei all den Krisen, die wir nun schon zusammen gemeistert haben bleibt uns besonders ein Tag unvergessen.
Am 19.09.1993 kam unser Mitglied Bernhard Zauner, genannt Bane, nicht mehr nach Hause. Immer werden wir bei Unternehmungen, bei Fahrten und bei Arbeiten seiner lustigen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Art erinnert. Fassen können wir diesen Verlust bis heute nicht, aber gerade daher bleibt er in unserer Erinnerung erhalten. Es wäre sicherlich auch in seinem Sinn, dass wir uns auch zukünftig bemühen, für euch ein schönes Treffen zu organisieren.
Teil 2 (und schon wieder 10 Jahre)
Und wie geht es weiter??? Unser Treffen findet immer noch am dritten Wochenende im August statt. In den vergangenen Jahren gab es ein paar Neuerungen, nicht nur in der Vorstandsschaft, sondern auch im Ablauf des Treffens. Küchenchef ist jetzt da Schoss, der die Mädls zwar ganz schon rumscheucht, keine Widerrede duldet, aber sonst alles gut im Griff hat.
Seit dem Total-Stromausfall vor einigen Jahren beim Treffen, logischerweise ein Gau für jeden eingefleischten Elektriker, wagt sich Charly kaum mehr vom Verteilerkasten weg. Ein weiteres Drama ereignete sich, als am Sonntag Morgen alle Biker zur Heimfahrt bereit zum Frühstück antraten und die Kaffeemaschine versagte. Seitdem ist Rainer “Herr der Kaffemaschine” und auch er verrichtet seinen Job in vorbildlicher Weise. Ritchie hat zusammen mit den anderen Jungs eine Semmelschneidmaschine erfunden und wartet nun auf neue Herausforderungen.
Inzwischen haben sich noch ein paar Biker mehr verehelicht und Kinder bekommen… für Nachwuchs ist also gesorgt. Wir hätten jedoch noch ein paar nette Kerle über die noch zu haben sind, bei Interesse meldet euch doch einfach an der Bonsbude.
Wie Ihr merkt, haben wir immer viel Spaß daran euch für ein paar Tage als unsere Gäste zu begrüßen. Immer wieder gibt es lustige Sprüche und Ereignisse während des Treffens die die Schmerzen in den Beinen und die rauhe Stimme wieder vergessen lassen. Wie eh und je sind wir bemüht euch schnellstmöglich mit Bier, Rüscherl, und gutem Essen zu versorgen.
Trotz des schlechten Wetters beim Zeltaufbau in diesem Jahr, hat es sich wieder gezeigt, dass wir alle irgendwie im “Treffenfieber” sind. Und zu unserer Freude hat auch die Bevölkerung Taufkirchens für uns Verständnis und zittert immer wieder mit wenn das Wetter mal wieder Kapriolen schlägt.
So möchten wir uns in diesem Jahr recht herzlich für die Unterstützung aller freiwilligen Helfer und der Feuerwehr bedanken die die Treffenwiese schon mehrmals ausgepumpt haben, so dass wir unser Highlight des Jahres durchziehen konnten. Wir wünschen euch ein paar schöne Tage, viel Spaß und eine unfallfreie Heimfahrt.
Teil 3 (20Jahre MF T/O, das 20.Treffen)
Erst jetzt wir uns selbst so richtig klar, was das bedeutet und dass wir darauf stolz sein können. Es gibt leider keine Statistik darüber, wie viele Hektoliter Bier, wie viel Schnaps, wie viele Steaksemmeln und wie viele Pommes in dieser Zeit über die Theke ging. Leider konnten wir auch die tausenden von Zigarettenkippen nicht zählen die wir nach den Treffen aufgesammelt haben. Es sind jedoch jeweils Unmengen. Und trotz der vielen Arbeit, des Stresses und des wenigen Schlafes, freuen wir uns jedes Jahr wieder auf dieses Ereignis. Allen kribbelt es im Bauch, wenn der Zeltverleih mit dem ersten Lastwagen ankommt. Jeder kennt seine Aufgabe, und (fast) jeder Handgriff sitzt. Und es gibt immer wieder neue, teils verrückte Ideen die noch kurzer Hand in die Tat umgesetzt werden.
Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Spaß und Gaudi im Laufe des Treffens bei uns aufkommen. Die größte Anerkennung und Motivation für uns ist immer wieder wenn wir am Sonntagmorgen hören: “Schön war´s ich freu mich auf´s nächste Jahr”. Es ist auch faszinierend, dass das Treffen in Taufkirchen mittlerweile für Viele der Anlass ist, sich wenigstens einmal im Jahr zu sehen. Sei´s nun die Member anderer Clubs, Isle of Man Fahrer, oder einfach eingesessene Biker. Es ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass viele Motorradfahrer, die einige Zeit Kinder- und Familienpause hatten, wieder zu ihrem Hobby zurückgekehrt sind und daher hier bei uns auf Bekannte stoßen. Uns ergeht es ähnlich. Auch wir hatten einige schwere Jahre zu überwinden. Der Bikernachwuchs lässt nach. Viele, egal ob Jung oder Alt haben nicht die Mittel sich ein Motorrad zu leisten. Andere haben ihre Prioritäten in Beruf und Familie verlegt. Wir mussten daher auch schon Kritik einstecken, unser Treffen sei ein Autofahrer-Treffen geworden. Was ist jedoch mit all denen, die sich z.B. aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht leisten können Motorrad zu fahren. Sollen wir sie ausschließen? Das ist nicht in unserem Sinn. Sie sind gerne willkommen und lassen sich ja vielleicht sogar mit dem Bikevirus infizieren.
Wir selbst haben einige junge Kerle und Mädels für unser Gefühl begeistern können. Und ohne diese junge Truppe ginge es heute auch nicht mehr.
Wir alte Hasen sind sehr stolz, dass diese jungen Leute mit der gleichen Begeisterung ans Motorradfahren und an die Aktion “Treffen” rangehen wie es schon vor 20 Jahren Gedanke war.
Seit unserem 10. Treffen hat sich zwar erkennbar nicht viel geändert, aber passiert ist doch Einiges.
Das schlimmste war der Tod unseres Mitglieds Michael Muskat, genannt “Muschi”, am 13.05.2005. Eine Tragödie, die wir nach Bane´s Tod nie wieder erfahren wollten. Uns allen bleibt Muschi durch seine friedliche und humorvolle Art unvergessen.
Diese Ereignisse haben uns immer wieder ins Nachdenken und ins Wanken gebracht. Jedoch in der Gemeinschaft, wie wir sie gerade jetzt beim Treffen wieder erfahren, haben wir unsere Zweifel beiseite geschoben und uns gegenseitig gestärkt. Gerade beim Zusammenstellen der Fotos ist wieder so richtig aufgefallen, das das ganze Jahr über viele Aktivitäten stattfinden. Seien es nun Motto-Party´s, Faschingsveranstaltungen oder die Ausflüge, bei denen wir unsere Kinder schon mit einbeziehen können. Es ist sehr schön zu merken, dass sich durch alle Jahre ein Band gezogen hat, das verbindet und einfach nur Spaß macht.
Darum ist es uns immer wieder eine große Freude Euch ein paar schöne Tage in Taufkirchen zu bestreiten. Wir haben in den letzten Jahren auch bewusst die Bevölkerung mit einbezogen.
Es erfüllt uns mit Stolz, wenn z.B. am Heimatabend auch die älteren Bewohner der umliegenden Ortschaften mit Begeisterung hier aufs Treffen kommen. Das ist jetzt auch schon der Stichpunkt um “Danke” zu sagen, für das Verständnis das uns während der Treffentage von den Einwohnern Taufkirchens entgegengebracht wird.
Nun bleibt eigentlich nur noch soviel Platz um Euch allen ein gute Zeit zu wünschen und wir hoffen Euch am 3.Wochenende im August in Taufkirchen begrüßen zu dürfen.
Eure Motorradfreunde Taufkirchen-Oberneukirchen
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